Marian Gold

Wie Marian Gold von der Strasse zum Superstar wurde. Wir zeigen seine Erfolge, seine Wege und größten Krisen.

Marian Gold und Alphaville

Sagenhafte 35 Jahre steht er als Sänger auf der Bühne. „Ein Weltstar“, wie Mark Forster ihn bei „Sing meinen Song“ ankündigt. Bei seinen Fans macht es sofort „klick“, wenn sie Marian Gold hören – er ist die Stimme der Synthie-Pop-Band „Alphaville“. Und echte Fans kennen auch seinen bürgerlichen Namen, aber wissen sie auch um seine größten Erfolge und bittersten Niederlagen?

Auf der Bühne zu stehen macht süchtig

Mit seiner Band Alphaville steht Marian Gold auch heute noch auf der Bühne. Allerdings der Tod des Keyboarders Martin Lister trifft ihn schwer. Jetzt ist der Sänger und Frontmann das einzige Mitglied der ursprünglichen Besetzung von Alphaville. Mit dieser Combo feiert Gold weltweit Erfolge, das Debütalbum geht durch die Decke und wird über zwei Millionen Mal verkauft, wochenlang war der Marian Gold titel weltweit in den Charts.

Heute spielt die Band etwa 30 bis 50 Gigs pro Jahr, in unterschiedlicher Besetzung. Marian Gold tritt auch schon mal als Solokünstler auf. Zu sehen war vor kurzem mit Chris Norman in Berlin oder auch Bands der Neuen Deutschen Welle.

Auch in USA begeistert „Alphaville“ das Publikum. In New York, Chicago, Houston und San José spielte die Band vor begeisterten Fans, in Los Angeles kommen immerhin 4000 Besucher, um in der „Starlight Bowl“ einen Live-Auftritt der Kultband zu erleben. Marian Gold sagt zu seinem Wanderleben, er würde am liebsten immer weiter machen. Auf der Bühne zu stehen bedeute im sehr viel, er sei beinahe süchtig danach.

Heute steht die Familie im Mittelpunkt

Seit mehr als 10 Jahren ist Marian Gold nun mit seiner zweiten Frau verheiratet. Durchaus eine unerwartete Wendung im Leben eines Menschen, der sich immerhin Vater von sieben Kindern nennen kann, deren Mütter vier verschiedene Frauen sind.
Auftritt mit der Familie

Marian Gold lebt inzwischen solide in der Nähe von Berlin, liebt die Spaziergänge mit seinem Hund. Die Familie steht jetzt im Mittelpunkt seines Lebens. Nicht einmal ein Tonstudio gibt es im Haus, obwohl die Band immer noch Studioalben produziert und mit Marian Gold youtube aktuelle wie die klassischen Hits von Alphaville präsent sind.

Elend und Erfolg in Berlin

Als Hartwig Schierbaum am 26. Mai 1954 in Herford als Sohn eines Heizungsfabrikanten geboren, ist ihm eine Karriere als Gründungsmitglied, Frontmann und Sänger einer Band, die weltweit Erfolge feiern soll, nicht wirklich in die Wiege gelegt. In der westfälischen Kleinstadt hielt es Hartwig Schierbaum nicht lange.

Die Anfänge in Berlin waren wenig erfolgversprechend. Nach Abitur und seiner Zeit bei der Bundeswehr, aus der er unehrenhaft entlassen worden ist, verschlägt in Marian Gold schließlich nach Berlin. Er hat keine Wohnung, kennt niemanden, verbringt den ersten Winter mehr oder weniger auf der Straße und in der U-Bahn.

Kurzzeitig schließt sich der 22jährige der Hausbesetzer-Szene in Westberlin an. In Berlin findet Hartwig Schierbaum das ideale Umfeld für seine künstlerischen Experimente. Er lernt Bernhard Lloyd und Frank Mertens kennen. Gemeinsam treten die drei musikalischen Autodidakten zunächst in Formationen wie „Nelson“ auf. Was Marian Gold Eltern vom Lebenswandel ihres Sohnes hielten, kann man sich denken.

In Münster beginnt die künstlerische Karriere

Nach einem Kurztrip in die „Hauptstadt der Looser“ ist Gold bereits Anfang der 1980er in Münster anzutreffen. Mit Bernhard Lloyd und Frank Mertens tritt Schierbaum als Marian Gold zunächst unter dem Bandnamen „Forever Young“. Die drei Musiker gründen zusammen die Avantgarde-Pop-Band „Chinchilla Green“. 1983, nennen sie sich schließlich „Alphaville“, nach dem gleichnamigen Film von Jean-Luc Godard. Noch in diesem Jahr nehmen sie in Münster drei Songs auf, fahren mit dem Demotape nach Berlin und erhalten auf Anhieb drei Angebote. „Big in Japan“ ist damals bereits fünf Jahre alt, Marian Gold will den Song nicht auf dem Album veröffentlichen. Ein Glück, dass er sich nicht durchgesetzt hat. Die Band erhält noch im Gründungsjahr ihren ersten Plattenvertrag und landet mit dem Debütalbum sofort in den Charts.

Marian Gold – die Synthie-Pop-Stimme der 1980er Jahre

Bereits das Debüt „Big in Japan“ wurde für Marian Gold 1984 zu einem der größten Hits der Band, es landete weltweit auf Platz eins der Charts. Aber auch die Marian Gold Songs „Forever Young“ oder „Sounds like a Melody“ sind bis heute unvergessen. Nicht unwichtig für den Erfolg der Band war die einzigartige Stimme von Marian Gold. Nach dem großen Durchbruch produziert die Synthie-Pop-Band „Alphaville“ das Science-Fiction-Musical „Afternoons In Utopia“ und „The Breathtaking Blue“, gemeinsam mit Klaus Schulze.
In den 1990er nimmt marian gold lieder auf, Soloalben, wie „So long, Celeste“ und „United““auf.

Marian Gold versucht, dem ganzen Rummel gelassen zu begegnen. Er ist inzwischen 30 Jahre alt, für einen Bravo-Starschnitt kommt er nicht mehr in Frage. Auftritte im Fernsehen werden zu dieser Zeit nicht live gespielt, sondern Playback. Zwei Jahre nach ihrem ersten Album landet die Band mit „Dance with me“ noch einmal ganz vorne in den Charts. Der Stil ändert sich, doch Marian Gold will einfach nur weiter singen und auftreten und eben Musik machen.

Live in Concert von 1990 bis heute

Ab Mitte der 1990er Jahre tourt die Band durch Europa, USA und Russland, aber auch nach Perus, Südafrika Singapur oder Brasilien. Die Tourneen fließen in ihre Veröffentlichungen, als Konzertmitschnitte, wie in „Stark Naked And Absolutely Live“ im Jahr 2000 oder 2004 im CD-Set „Crazyshow“ mit Fans aus aller Welt. Mit „Strange Attractor“ nimmt Alphaville im Jahr 2017 das zehnte Studioalbum auf, das elfte ist bereits in Arbeit und soll noch unter dem Titel „Thunderbaby“ in diesem Jahr erscheinen.

An die ganz große, glanzvolle Zeit knüpfen die Studioalben nicht mehr an. Aber die Pop-Band, die einst Musik-Geschichte geschrieben hat, hat weiterhin Spaß an ihren Produktionen. Sie veröffentlicht immer wieder neue Songs oder auch einen Remix aus alten Zeiten. Auch Marian Gold 2018 ist hin und wieder als „Alphaville“ live auf der Bühne zu erleben, was seinen ehemaligen Kollegen allerdings nicht sonderlich gefällt.

Heute ist der 63jährige Musiker ein eher entspannter, ruhiger Mann, der sich genau überlegt, was er sagt und dabei verschmitzt lächelt. Marian Golds Alter ist Thema. Das Älter werden gefiele ihm nicht, man könne kein Popstar mehr sein, Künstler müsse eben reichen. Marian Gold will einfach nur weiter Musik machen, nimmt auch seine Kinder mit auf die Bühne. Immerhin, er kann sehr gut von seiner Musik Leben, und das seit mehr als 35 Jahren.

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