Jürgen Höller
Jürgen Höller: Nervensäge - ChakaChaka und du musst daran glauben...

„Alles ist möglich, du musst nur daran glauben.“ – Jürgen Höller

Dieser Satz wurde sicherlich nur zu einem erfolgreichen Spruch des Motivationstrainers, sondern auch zu seinem persönlichen Lebensmotto. Denn der vom Erfolg gekrönte Mentaltrainer ist 2003 von sehr weit oben nach sehr tief unten gefallen. Er saß auf der Anklagebank und wurde zu drei Jahren Gefängnisstrafe wegen vorsätzlichem Bankrott und Untreue verurteilt. Er musste die große Bühne mit Lasershow-Effekten gegen eine Gefängniszelle verlassen.

Doch nun ist der einstige Medienstar mit seiner Academy „Power Days“ zurück. Er garantiert mit seiner Acadamy und dessen Philosophie mehr Erfolge und mehr Einkommen. Ist dies alles wirklich seriös? Doch beginnen wir am Anfang der Erfolgsstory des Jürgen Höller.

Wie wurde Jürgen Höller zum erfolgreichsten und teuersten Motivationstrainer Europas?

Jürgen Höller wurde 1963 in Schweinfurt in bescheidenen Verhältnissen geboren. Er schloss eine Ausbildung zum Speditionskaufmann ab. Bereits in jungen Jahren stand für ihn jedoch fest, dass er ein selbstständiger Businessmann werden konnte. Wenn er als Kind gefragt wurde, was er denn einmal werden möchte, antwortete er ganz selbstbewusst: „Millionär.“
Mit 19 Jahren gründete Jürgen Höller sein erstes Unternehmen, welches jedoch nicht vom Erfolg gekrönt war. Er war aber niemals der Typ, der den Kopf in den Sand steckte, auch wenn er vor vielen Schwierigkeiten stand: Konkurs der Firma, gesundheitliche Probleme, zerrüttete Liebesbeziehung, Verlust von Freunden. Er wollte kein Verlierer sein und studierte dann nach eigenen Aussagen „die Gesetze des Lebens“. Wissbegierig verschlang er in den 80er Jahren Bücher, Audio-Kassetten und Video-Programme über Erfolgstechniken und besuchte unzählige Seminare.

Für ihn war und ist bis heute die wichtigste Frage:

„Was ist der Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Menschen?“

Nach Fortbildungskursen konnte er die neu gewonnenen und für ihn wertvollen Erkenntnisse auch in sein eigenes Unternehmen in die Praxis umsetzen. 1988 gründete unter anderem die Inline Unternehmensberatung, die sich auf Freizeitanlagen im deutschsprachigen Raum spezialisiert hatte. Seine Ideen und Konzepte konnte er auch bei der Gründung Fitnessclubs „Fit & FUN“ einbringen.
Durch Höllers kreative Inputs und Marketing-Strategien erlangte die Fitness-Branche in den 1990er Jahren einen riesigen Aufwind.

Der Aufstieg zum Top-Motivationscoach

Jürgen Höller spürte, nachdem er mit seinen Beratungskonzepten Unternehmen zu globalen Marktführern machte, dass noch mehr Potenzial in seiner Person steckte. Er wollte sein erfolgversprechendes System auch auf andere Bereiche und Menschen übertragen. Nachdem er bereits fünf Jahre lang neben seiner beratenden Tätigkeit in unterschiedlichen Unternehmen aktiv war, schrieb er 1993 sein erstes Buch „Sicher zum Spitzenerfolg“. Zwei Jahre später entschloss sich Jürgen Höller nur noch auf das Abhalten von Seminaren und Vorträgen zu konzentrieren und gab seine Unternehmensberatung ab. Seine folgenden Bücher „Sprenge Deine Grenzen“ und „Sag ja zum Erfolg“ wurden Bestseller. Der breiten Öffentlichkeit wurde Jürgen Höller 1999 bekannt. Er ließ als erster Mentaltrainer Deutschlands den damaligen Fußball-Trainer Christoph Daum barfuß über Glasscherben laufen. Ihm folgten die ganze Fußball-Bundesligamannschaft Bayer 04 Leverkusen sowie viele andere prominente Sportler Andreas Goldberger (Skispringer), Grit Breuer (Läuferin), Extremsportler Joey Kelly (Kelly Family). Er begeisterte aber auch Menschen aus den unterschiedlichsten Metiers wie Siegfried & Roy, Dr. Hans-Olaf Henkel – er brachte Justizbeamte dazu, barfuß über die Glasscherben zu laufen, Reiner Calmund verbog Eisenstangen und Personen, die schmerzfrei über eine Feuerglut gehen.

Jürgen Höllers Erfolg in der Motivationsbranche war nicht mehr auf zu halten

Er schaffte, was viele für unmöglich hielten: er füllte Hallen mit 15.000 Menschen, die an seinem Seminar teilnahmen. Alle wollten von ihm hören, wie sie an einer erfolgreichen Zukunft arbeiten können. Mit seinen Massenhappenings erreichte er tausende von Menschen – er lies Kinder über heiße Kohlen laufen, Männer zerbogen Eisenstangen und Frauen zerschlugen Holzbretter. Jürgen Höller war auf dem Gipfel angekommen. Und so wurde auch sein Lebensstil immer aufwändiger und luxuriöser. Er fuhr einen Ferrari und eine Flasche seines Lieblingsweins (Pétrus) kostete 500 Euro. Wer viel hat, möchte mehr haben. Schließlich hat er auch immer gepredigt, dass er Erfolg machen könne.

Wer hoch fliegt, kann tief fallen

Zum Millenniums-Wechsel wollte Jürgen Höller noch mehr erreichen und mit seiner Seminar-Dienstleister Inline AG an die Börse gehen. Mit den erzielten Börsengeldern wollte er zum „weltweit größten Konzern im Bereich Weiterbildung“ avancieren. Doch der bis dahin erfolgsverwöhnte Mentaltrainer hatte sich maßlos überschätzt. Die Firma ging in Konkurs. Jürgen Höller musste die große Show-Bühne verlassen und diese gegen den Gerichtssaal tauschen. Im Jahr 2003 wurde er vom Landgericht Würzburg wegen Meineids, Untreue und Insolvenzverschleppung zu drei Jahren Haft verurteilt. Jürgen Höller saß im Gefängnis. Ihm wurde klar, dass er schwerwiegende Fehler begangen habe und diese zutiefst bereue. Wegen guter Führung wurde er  im Mai 2004 aus der Haftstrafe entlassen.

Comeback bereits hinter schwedischen Gardinen geplant

Höller wäre nicht Höller, wenn er seine Zeit während Gefängnisaufenthalts nicht sinnvoll genutzt hätte. Er plant sein Comeback und schreibt das Buch „Und immer wieder aufstehen! Wie ich die größte Krise meines Lebens bewältigte“. Das Wichtigste nach seinem Gefängnisaufenthalt war seine Reputation. Er wollte unbedingt wieder mitmischen, schließlich war er einst der erfolgreichste Motivationscoach in Europa. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jürgen Höller noch schlappe 6,6 Millionen Euro Schulden. Viele würden aufgeben. Er  war jedoch von seinen eigenen Erfolgsstrategien so überzeugt, dass er an sich glaubte. In vielen Interviews betonte er, dass er auch seiner Frau Kerstin unendlich dankbar sei, dass sie ihn auch in schweren Zeiten voll unterstützte. Mit einer kleinen Firma in einem Kellerraum startete Jürgen Höller wieder durch. Sein Equipment:  gebrauchte Möbeln, ein günstiger Computern und sein Wissen. Getreu dem Motto: „Du darfst hinfallen, aber du musst wieder aufstehen“, schaffte es Jürgen Höller wieder nach oben.

Die neuen, energiegeladenen „Power Days“

Er gründete seine Academy und seine Seminarreihe „Die neuen Power Days stehen für: Garantiert mehr Einkommen“. Damit füllt Jürgen Höller nach seinem großen Absturz wieder die größten Hallen Deutschlands. Seine Seminarteilnehmer und Anhänger merken, dass er sich verändert hat. Viele Jahre sind inzwischen vergangen und auch er ist reifer geworden. Doch seiner ursprünglichen Linie bleibt er treu, denn er glaubt, dass er mit seinen „bewusst einfachen Methoden“ Menschen zum Handeln bringt. Jürgen Höller versucht dabei nicht seine Zeit im Gefängnis unter den Teppich zu kehren; er setzt ganz gezielt die Themen Lebenskrise, sowie Aufstieg und Fall ein. Den Teilnehmern gefällt diese Vorstellung, steigern zu dürfen, um anschließend gestärkt aus einer Problemsituation zu kommen. „Glaube an dich selbst, dann kommt auch der Erfolg“, so Höller.

„Alles ist möglich“ – ist nicht nur ein Buchtitel von Jürgen Höller, sondern es beschreibt auch seinen Lebensweg.

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