Hans im Glück
Hans im Glück: Burger Boom - Hans nicht mehr im Glück?

Inzwischen ist für viele „Hans im Glück“ nicht nur ein Märchen der Brüder Grimm, sondern auch der Inbegriff für leckere Burger in einem schönen Restaurant-Ambiente mit Birkenbaumstämmen. Wie entstand eigentlich die Burger Grill-Kette Hans im Glück und wie setzen sie die geheimen Expansionspläne um? Nun gibt es erste Verschiebungen der Eröffnungstermine. Ist der Aufstieg von Hans im Glück beendet?

Was ist Hans im Glück?

„So glücklich wie ich bin, gibt es keinen Menschen unter der Sonne“. Dieses Zitat aus „Hans im Glück“ der Gebrüder Grimm ist auch zum Motto der Burger-Kette mit Wald-Flair geworden. Die Restaurant-Kette möchte nicht einfach nur Hamburger in verschiedenen Variationen anbieten, wie es in den meisten Lokalen der Fast Food-Branche üblich ist. Sie möchten eine besondere Qualität und große Vielfalt in einer speziellen Atmosphäre mit Natur-Feeling bieten. Das Konzept von Hans im Glück liegt vorrangig an der kreativen Interpretation und Innovation des Gründers Thomas Hirschberger, der zu den Stars der deutschen Burger-Grillern gehört. Der Münchner Gastronom hat die Liebe zum Burger neu belebt und die Szene mit der Gründung von Hans im Glück im Jahr 2010 neu gestaltet.

Inzwischen gibt es über 50 Filialen in Deutschland. Der Trend geht immer mehr zum genussvollen Burger-Essen, so dass es zu den vielfältigen Burger-Varianten auch verschiedene Brötchen,- Käse- und Fleischsorten gibt. Aber auch Vegetarier und Veganer kommen bei Hans im Glück auf ihre Kosten und finden auf der Speisenkarte Salate und sogar rein pflanzliche Burger. Die Burger Grill-Kette möchte sich von anderen Schnellimbissen deutlich differenzieren, sodass die Gäste zwischen über 20 verschiedene Cocktail, Homemade Schorlen und süßen Desserts wählen können.

Woher kommen die Burger Grills?

Hans im Glück ist ein deutsches Franchise-Unternehmen, das seinen Hauptsitz in München hat. Der 55jährige Thomas Hirschberger hat Hans im Glück vor acht Jahren gegründet. Sehr erfolgreich lief bereits die Cocktail-Kette Sausalitos, die er ins Leben gerufen hatte. Hans im Glück gehört zu einer modernen Systemgastronomie mit einem schicken Flair und konnte innerhalb sieben Jahren einen Umsatz von 102,4 Millionen Euro erzielen. Die Burgergrill-Gruppe ist aber nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgreich, sondern auch in Singapur geht das Konzept der Burger Grill-Kette auf.

Oftmals wird das Unternehmen als Konkurrenz gegenüber den Marktführern der Burger-Restaurants McDonald’s und Burger King angesehen, deren Gewinn eher stagnierend ist.

Durch das erfolgreiche Geschäftsmodell von hans im Glück wurden die Medien ebenfalls auf das Unternehmen aufmerksam: „Germany’s Best Burger“ (Kabel eins), „Burger King und Mc Donald’s verlieren Marktanteile und Ketten wie Hans im Glück erobern eine Stadt nach der anderen.“ (Capital, 2015), „Hans im Glück-Boom: Mc Donald`s neuestes Ärgernis“ (Yahoo Finanzen Deutschland, 2015), „Ernährung: Burger-Bewegung: Woher kommt der Hype?“ (WDR, 2015), „Der Shooting Star der deutschen Gastro-Szene“ (Hamburger Abendblatt) und der Spiegel titelte: „Der Gastronom und Koch Thomas Hirschberger gehörte zu den Ersten, die den Edel-Burger in Deutschland zu einem Geschäftsmodell machten.“

Wie entstand die Geschäftsidee?

Alles begann mit einem Restaurant in München. Aufgrund der großen Nachfrage und des überwältigenden Erfolges, sollte Hans im Glück sich verbreiten. So war die Idee, eine Franchise-Kette ins Leben zu rufen, schnell geboren. Franchisenehmer sollen nach der Firmen-Strategie, aber nicht nur Geschäftspartner sein, sondern auch ein „Teil der Hans im Glück Familie“ werden.

Nach den Vorstellungen von Hans im Glück sind ihre Partner „Vollblut-Gastronomen mit Leidenschaft, Erfahrung und dem Willen zum Erfolg. Partner erhalten die Möglichkeit, sich an der Seite des Franchise-Gebers mit dem außergewöhnlichem Burger-Konzept zu entwickeln.“ Natürlich soll sich der Kunde in dem mit Birkenstämmen dekorierten Restaurant wohl fühlen. Doch der Franchisenehmer darf nicht nur Enthusiasmus und Engagement mitbringen, sondern braucht auch das nötige Taschengeld, um auf den Erfolgszug der Burger-Kette aufzuspringen.

Wie kann man Franchise-Partner bei Hans im Glück werden?

Zunächst prüft die Hans im Glück Franchise GmbH die Bewerbung neuer, potentieller Franchise-Partner genau. Dabei handelt es sich um einen mehrstufigen Genehmigungsprozess, der über mehrere Wochen dauert. Hans im Glück und der Franchisenehmer sollen sich dabei besser kennen lernen, um eine gut funktionierende Partnerschaft eingehen zu können. Ein wichtiger Aspekt spielt sicherlich der erforderliche Kapitalnachweis. Schließlich muss der zukünftige Franchisenehmer bei der Vertragsunterzeichnung 40.000 Euro als Gebühr bezahlen.

Die Kosten zum Einstieg

Außerdem müssen sie für die Eröffnung eines Hans im Glück-Restaurants zwischen 550.000 Euro und 1,1 Millionen Euro investiert werden. Für viele Interessenten ist da der Traum vielleicht schon ausgeträumt. Auch wenn die Restaurants ein lässiges Ambiente und ein cooles Lebensgefühl vermitteln, so muss den Franchise-Partner klar sein, dass sie sich klaren Anordnungen unterziehen, wenn sie ein eigenes Restaurant eröffnen möchten. Aus diesen strikten Voraussetzungen macht das Unternehmen auch keinen Hehl, sondern veröffentlicht diese auch auf ihrer Homepage. Die Laufzeit eines Franchisevertrages beträgt zehn Jahre. Mindestens 30 Prozent der Gesamtinvestitionen muss dem Franchisenehmer als Eigenkapital zur Verfügung stehen.

Die Beteiligung

Außerdem muss er monatlich 5 Prozent des Nettoumsatzes für die Nutzungsrechte der Marke „Hans im Glück“ und 1 Prozent für die Marketing-Unterstützung abgeben. Das klingt nach vielen Nachteilen und einiges an Kopfzerbrechen für die zukünftigen Hans im Glück-Partner. Die Burger-Kette wirbt natürlich auch mit tollen Vorteilen, wenn man zur Familie gehört. Der Tendenz geht immer mehr weg von Fast Food-Essen und fertig verarbeiteten Nahrungsmitteln, hin zu frisch zubereiteten Gerichten mit einer hochwertigen Qualität.

Als Franchisenehmer können Einzelpersonen eine neue Existenz gründen und einen operativen Part einnehmen. Innerhalb des Franchise-Modells bietet das Unternehmen auch ein Ausbildungsprogramm an, indem die zukünftigen Franchisenehmer auf das firmeneigene Konzept geschult und verinnerlicht werden. Zirka drei Monate müssen einkalkuliert werden, bis es zur eigentlichen Restaurant-Eröffnung kommt.

Erste Dämpfer und Einbrüche beim „glücklichen Hans“?

Erstmals negativ kam die erfolgsverwöhnte Burger Grill-Kette 2015 in die Presse, als eine Designerin Hans im Glück verklagte. Sie behauptete, dass das „Baumkonzept“ für die erste Filiale von ihr entwickelt wurde und ungefragt auch für alle anderen Standorte genutzt wurde. Jedoch wurde die Klage abgewiesen, da das Unternehmen die Birkenstammbäume und die Dekoration hinreichend geändert habe. Die Designerin gab aber nicht auf. Die nächsthöhere Instanz gab der Klägerin Recht und stellte eine Urheberrechtsverletzung fest. Das Unternehmen und die Designerin einigten sich in einem Vergleich und das Unternehmen zahlte der Designerin 120.000 Euro. So konnte das „Baumkonzept“ in allen anderen Standorten aufrecht erhalten bleiben.

Im April 2016 hat sich Anzahl der Filialen um einiges verringert, denn der Franchisenehmer Paniceus ist weggebrochen. Schließlich hat er zwölf Standorte betrieben. Auch in den letzten zwei Jahren mussten Eröffnungen immer wieder verschoben werden. Grundsätzlich gelten Franchise-Konzepte als ein gutes Geschäftsmodell aber es gibt auch immer wieder Probleme mit Franchisenehmern. So ging es bereits Subway und auch Burger King, der mit seinem größten Partner in einen Hygiene-Skandal geriet.

Hans im Glück – der ganz große Boom ist zwar Ende, aber die Erfolgsstory geht trotzdem weiter.

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