Die Anzahl der Autos in unseren Lebensräumen, vor allem in den Städten steigt immer mehr. Dabei werden die meisten Kraftfahrzeuge nur selten gefahren und stehen die meiste Zeit ungenutzt an der Straße. Carsharing-Anbieter wie drivy möchten die Autobesitzer nun dazu animieren ihr Auto unterzuvermieten und dabei noch Geld zu verdienen.

Da dieses Thema auch für private Nutzer und Anbieter immer interessanter wird, möchte drivy diese Nische ausfüllen und sich damit von den anderen Carsharing-Unternehmen abheben. Wie verhält es sich im Schadensfall? Ist mein Auto vor Diebstahl sicher? Lohnt es sich für mich finanziell mein Auto zu vermieten? All diesen Fragen soll nachgegangen werden.

Was ist drivy? Wer steckt dahinter?

Drivy ist ein Carsharing-Anbieter, das sich speziell an private Nutzer wenden möchte. Das Unternehmen wurde ursprünglich 2010 in Frankreich von Paulin Dementhon gegründet und hat sich inzwischen sehr gut etabliert. Die französische Bevölkerung nimmt dieses Angebot gut an und hat mittlerweile 500.000 Nutzer und 26.000 Autos registriert. In Deutschland gibt es diese Form der Autovermietung nun seit Ende 2014. Gestartet hat drivy mit dem Geschäftsführer Gero Graf in Berlin. Es folgen jedoch noch etliche weitere Städte im gesamten deutschen Raum. Doch für den Anfang ist eine weltoffene und neugierige Stadt wie Berlin für solch ein Unternehmen gerade richtig.

Wie funktioniert drivy?

Das Besondere an drivy ist, dass es sich auf die Vermietung von Fahrzeugen zwischen Privatpersonen konzentriert. Benötigt ein privater Autobesitzer sein Fahrzeug für eine Zeit lang nicht, kann er es auf der Plattform von drivy einstellen und an andere private Nutzer vermieten. Das Auto sollte in gutem Zustand, ordentlich und sauber sein. Um das Auto einzustellen, muss man es von innen und außen fotografieren, damit der zukünftige Mieter das Auto schon gesehen hat bevor er sich dafür entscheidet. Benötigt man wiederum ein Auto kann man sich über diese Plattform ein geeignetes Auto, das in der Nähe verfügbar ist, aussuchen. Nutzbar ist die Plattform über das Web oder per App. Sowohl Nutzer als auch Anbieter von Mietfahrzeugen können sich völlig kostenfrei anmelden.

Da es keine zentralen Abholstellen gibt, erfolgt die Schlüsselübergabe zum vereinbarten Termin zwischen dem Autobesitzer und dem Mietinteressenten persönlich. Drivy ist sozusagen nur der Vermittler. Der zu bezahlende Preis wird vom Autobesitzer festgelegt und soll alle anfallende Kosten decken. Zur Orientierung stellt drivy Richtwerte zur Verfügung, diese liegen bei etwa 25 – 35 Euro pro Miettag für ein durchschnittliches Auto. Für drivy und der dazugehörigen Partnerversicherung sind 30 Prozent der Mieteinnahmen abzugeben. Dafür sind die Vertragspartner während der Mietzeit über die Ad-Hoc-Versicherung von drivy bei der Allianz-Versicherung abgesichert.

Im Schadensfall?

Will heißen, der Mieter ist während der ganzen Mietdauer für alle Schadensfälle abgesichert. Dies betrifft sowohl Personenschäden, Haftpflicht, Unfall oder auch Diebstahl. Zusätzlich wird noch ein 24-Stunden-Pannendienst und ein Schadensregulierungsservice von drivy zur Verfügung gestellt. Um als Fahrzeugmieter in den Versicherungsschutz zu kommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die sich aber auf der drivy-Webseite nachlesen lassen.
Drivy ist natürlich nicht der einzige Anbieter im Bereich des privaten Carsharing. Welche Alternativen es zu drivy gibt, lässt sich gut im Internet recherchieren.

Erfahrungen

Die bisherigen Erfahrungen die mit drivy gemacht wurden, reichen von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Gerade bei der Schadensregulierung scheint noch Nachbesserung nötig zu sein. Allerdings werden für hochwertigere Autos mittlerweile Kautionen verlangt, um den Vermieter mehr Sicherheit zu bieten.

Wer sein Auto gerne vermieten möchte, aber aus zeitlichen Gründen keine Übergabetermine des Schlüssels einhalten kann, ist bei drivy open gut aufgehoben. Innerhalb 1 Stunde wird das drivy open Modul in das Auto installiert. Mit dem Smartphone können interessierte Mieter dann das Auto buchen, finden und entriegeln. Trotzdem ist das Auto vor Diebstahl sicher denn nur gründlich überprüfte Mieter dürfen auf diesem Wege ein Auto mieten.

Zu wenig kann ich verdienen – es rechnet sich nicht?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Drivy gibt einen möglichen Verdienst von 30,00 Euro pro Miettag an, der benötigte Kraftstoff wird vom jeweiligen Mieter übernommen. Bei einer durchschnittlichen Vermietdauer von vier Tagen im Monat kommt man auf ca. 1.000,00 EUR im Jahr. Natürlich nur, wenn man sich sowieso ein Auto anschaffen möchte und es in der ungenutzten Zeit sinnvoll einsetzen möchte, damit die laufenden Kosten zumindest zum größten Teil abgedeckt sind. Als reines Geschäftsmodell für all diejenigen, die sich nur zwecks Vermietung ein Auto anschaffen möchten ist diese Plattform sicher nicht geeignet. Auf der anderen Seite sparen sich all jene, die ein Auto nur als gelegentliches Statussymbol benötigen eine Menge Geld bei der Anschaffung und dem Unterhalt.

Das richtige Auto für das Geschäft mit drivy

Grundsätzlich ist jedes Fahrzeug das in Deutschland zugelassen ist zur Vermietung bei drivy geeignet. Wichtig ist, dass es auf den eigenen Namen registriert ist und eine Haftpflichtversicherung besitzt. Natürlich muss es einen gültigen TÜV haben und innerhalb Deutschlands zur Verfügung stehen. Es darf das maximale Gewicht von 3,5 t und eine Ladefläche mit zu 13 m³ nicht überschreiten. Auch darf es nicht mehr als neun Sitze (Fahrersitz eingeschlossen) haben. Die Motorisierung darf nicht über 300 kWh liegen und der gegenwärtige Wert des PKWs muss unter 45.000 € liegen. Da die Fahrzeuge für unterschiedliche Bedürfnisse angemietet werden können, ist grundsätzlich einmal jedes Auto geeignet einen Mieter zu finden. Ob nun der VW Käfer als Brautfahrzeug angemietet wird oder der Transporter für einen Umzug genutzt werden muss, je vielfältiger das Angebot ist, umso mehr Nachfragen können bedient werden.

Fazit

Die Möglichkeit ein Auto über ein Autovermietungsunternehmen zu mieten ist nicht neu. Die Idee privaten Anbietern und Nutzern über eine Carsharing-Plattform die Möglichkeit der Automietung anzubieten erfreut sich nicht nur in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Das Unternehmen drivy, das ursprünglich in Frankreich gegründet wurde, setzt genau auf dieses Bedürfnis. Vor allem die Nähe von Anbietern und Nutzern, die nur durch Privatleute gegeben werden kann, ist drivy wichtig. Zwar kann man von der Autovermietung alleine nicht reich werden, aber durch die ad-hoc-Versicherung, die beim Mietvertrag zustande kommt, sind Schäden am Auto durch Unfall oder Diebstahl abgesichert. Ein zusätzlicher 24-Stunden-Pannenservice rundet das Sicherheitspaket ab. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Modell Schule macht und die große Vielzahl an Fahrzeugen durch die optimierte Ausnutzung nicht noch weiter steigt.

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